Rotmilane über dem Leinepolder – Flugbild zweier Greife
Zwei Rotmilane mit gegabeltem Schwanz kreisen vor weißlichem Himmel über dem Leinepolder.

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Zwei gegabelte Schatten gleiten über die Wiesen des Leinepolders – und ziehen dein Auge mit ihrem Spiel aus Drehen und Gleiten in den weiten Himmel.
Gabelschwänze über dem Polder
Es ist später Vormittag im Juni, die Sonne hat die Auenwiesen des Leinepolders längst aufgeheizt und erste Thermikblasen steigen über dem Mosaik aus Feuchtwiesen und Weidensäumen. Zwei Rotmilane schrauben sich darüber empor – unverkennbar am tief gegabelten, rostroten Schwanz, den sie wie ein Steuerruder verwinden, und an den großen weißen Fenstern unter den langen, geknickten Flügeln. Mit dem hellgrauen Kopf und dem rostbraunen Leib gehören sie zu den elegantesten Greifen Mitteleuropas.
Was hier wie ein spielerisches Kreisen wirkt, ist harte Elternarbeit: Mitte Juni füttern Altmilane ihre Nestlinge, und das halboffene Kulturland liefert dafür Kleinsäuger, Regenwürmer und Aas. Der Leinepolder mit seinem Beobachtungsturm an der Geschiebesperre ist genau jene strukturreiche Landschaft, auf die der Rotmilan angewiesen ist – ein Vogel, für dessen Welterhalt Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, weil ein Großteil des Bestandes hier brütet.
Vom Holzturm aus lässt sich das Schauspiel störungsarm verfolgen: Wer geduldig wartet, sieht, wie die beiden Gabelschwänze immer wieder über dieselben Wiesenstreifen gleiten, kurz innehalten und mit einem Stoß abkippen. Ein stilles, sommerliches Bild – und ein gutes Zeichen für die Aue.
Steckbrief
Aktuelle Sichtungen


28. Juni 2026
Бабеево, Московская обл., Россия, 142470
@albert_k

28. Juni 2026
Грязинский р-н, Липецкая обл., Россия
@sergey_48

28. Juni 2026
Aberdeen Complex, Aberdeen, Hong Kong
@hingemouth

28. Juni 2026
Искитимский р-н, Новосибирская обл., Россия
@andrei_panov

28. Juni 2026
Sunshine Coast QLD, Australia
@travismorrison

27. Juni 2026
65100 Gazost, Frankrijk
@cowaalen
Die Greifvögel selbst sind für Kinder ungefährlich; Vorsicht gilt am Wasser, an der Turmkante und gegenüber Zecken im hohen Gras der Aue.
Für diesen Ausflug mitdenken:
- Tiefes/strömendes Wasser der LeinebeachtenUmgebung
Der Beobachtungsturm steht an einer Aue mit Fluss- und Polderwasser; Ufer können steil, schlammig und tief sein.
Tipp: Kinder am Uferbereich an der Hand führen und auf den befestigten Wegen sowie der Turmplattform bleiben.
- Zeckenhabitat (hohes Gras)mittelStich / Biss
Hohe Sommerwiesen und Saumstrukturen sind typische Zeckenlebensräume; Zecken können Krankheiten übertragen.
Tipp: Lange Kleidung tragen, auf Wegen bleiben und nach dem Ausflug Körper und Kleidung nach Zecken absuchen.
- Absturzkante an Treppe und TurmplattformmittelUmgebung
Der hölzerne Aussichtsturm hat eine erhöhte Plattform mit Treppe und Geländer aus Drahtseilen.
Tipp: Kinder auf der Treppe begleiten und nicht an oder durch das Geländer klettern lassen.
Hinweis: KI-Einschätzung anhand des Fotos — keine Garantie und kein Ersatz für Aufsicht. Im Zweifel nichts berühren oder essen. Im Notfall: Giftnotruf bzw. 112.
In der Szene
Tierwelt
- Rotmilan
Relief & Geologie
- Bewaldeter Höhenzug im Hintergrund
Habitat & Struktur
- Beobachtungsturm Geschiebesperre
- Auwald-/Gehölzgürtel an der Leine
- Extensive Feuchtwiese
Atmosphäre
- Bedeckter Himmel
Was du hier entdecken kannst
- 1
Offener Luftraum über Feuchtwiese
Wahrscheinlich: Rotmilan ~85%, Mäusebussard ~40%, Schwarzmilan ~20%
Über den extensiven Wiesen jagen Greife im Gleitflug nach Kleinsäugern; der offene Luftraum mit leichter Thermik wird regelmäßig abgesucht.
Tipp: Mit 1/1250s oder kürzer und kontinuierlichem AF arbeiten, leicht überbelichten gegen den hellen Himmel und dem Vogel Vorlauf im Bild geben.

- 2
Hohe Sommerwiese mit Blühsaum
Wahrscheinlich: Feldlerche ~40%, Wiesenschmetterlinge ~50%, Feldmaus (Beutetier) ~60%
Die ungemähte, blütenreiche Wiese am Turm beherbergt Kleinsäuger und Insekten – die Nahrungsbasis der kreisenden Milane.
Tipp: Niedriger Standpunkt am Wiesenrand mit Blende f/5.6–8 für Insektenmakros; früh am Morgen sind die Tiere ruhiger.

- 3
Gehölz- und Auwaldsaum an der Leine
Wahrscheinlich: Nachtigall ~30%, Goldammer ~40%, Greifvogel-Ansitz ~50%
Der dichte Weiden- und Gehölzgürtel bietet Singvögeln Deckung und Greifen Ansitzwarten am Übergang zur offenen Wiese.
Tipp: Waldkante im Streiflicht des frühen Morgens beobachten; ein längeres Tele hilft bei scheuen Saumbewohnern.

- 4
Hölzerner Beobachtungsturm Geschiebesperre
Wahrscheinlich: Hausrotschwanz ~30%, Schwalben/Mauersegler überfliegend ~40%
Das verwitterte Holzbauwerk dient als Aussichtspunkt und kann Höhlenbrütern und Insekten Strukturen bieten.
Tipp: Vom Turm aus mit aufgelegtem Tele die Wiesen absuchen; Bewegungen langsam ausführen, um Greife nicht zu verscheuchen.

Aufnahmebedingungen
Aufnahmebedingungen
20. Juni 2021 um 11:09 Uhr · Frühsommer, Juni
Phänologie:Mitte/Ende Juni stehen Rotmilane mitten in der Brut- bzw. Jungenaufzucht. Zwei zusammen jagende Altvögel über revierhaltendem Wiesengrund sind für diese Jahreszeit typisch – die Tiere sammeln intensiv Nahrung für Nestlinge. Der Leinepolder als Rastgebiet liegt im Kernareal der weltweiten Rotmilan-Verbreitung, die zu großen Teilen auf Deutschland entfällt.
Beobachtung
Habitat & Szene
Offene Auenlandschaft des Leinepolders bei Immensen: ein Mosaik aus extensiven Feucht- und Mähwiesen, Schilf- und Gehölzsäumen entlang der Leine sowie einem hölzernen Beobachtungsturm an der Geschiebesperre. Dieses halboffene Kulturland mit Wiesen, Säumen und nahen Waldrändern ist ideales Jagd- und Brutrevier für den Rotmilan, der hier nach Kleinsäugern, Aas und Regenwürmern sucht.
Licht & Stimmung
Diffuses, kontrastarmes Mittagslicht unter geschlossener bis aufgelockerter Wolkendecke; der helle Himmel wirkt fast überstrahlt, zeichnet aber die Gefiederzeichnung der Milane sauber durch. Sommerliche, warme Stimmung am späten Vormittag.
Komposition
Die Greife sind diagonal im Bild angeordnet und nutzen den ruhigen, hellen Himmel als Negativraum – klassische Freistellung. Die 1/1000s frieren die Flügelhaltung scharf ein; der weiße Hintergrund verlangte vermutlich eine positive Belichtungskorrektur, um Silhouettenbildung zu vermeiden. Das Hochformat trennt beide Vögel deutlich und betont die gegabelten Schwänze.
Notiz des Beobachters
Naturerlebnis Leinepolder - Turm Immensen
Kamera-Setup
Sony A7 III mit FE 70-300mm bei 300mm, f/5.6, 1/1000s und ISO 100 – Flugbild aus der Hand gegen hellen Himmel.
Passende Ausrüstung
Telezoom
Für Greifvögel im Flug ist die flexible Brennweite bis 300mm ideal, um auf Distanz und plötzliche Flugmanöver zu reagieren.
Sony FE 70-300mm F4.5-5.6 G OSSTelekonverter
Ein 1,4x-Konverter verlängert die Reichweite für höher kreisende Milane, ohne das Setup schwer zu machen.
Sony FE 1.4x Telekonverter SEL14TCFernglas
Zum Aufspüren und Verfolgen der Milane über dem Polder, bevor man die Kamera ansetzt.
Fernglas 8x42 DachkantSpektiv
Vom Beobachtungsturm aus lassen sich rastende Greife und Wiesenvögel detailliert und störungsarm beobachten.
Spektiv 20-60x85 VogelbeobachtungHäufige Fragen
→Woran erkennt man einen Rotmilan im Flug?
Das sicherste Merkmal ist der tief gegabelte, rostrote Schwanz, der bei Flugmanövern wie ein Steuerruder gedreht wird. Hinzu kommen lange, schmale, abgewinkelte Flügel mit großen weißen Feldern an der Unterseite der Handschwingen, ein rostbrauner Körper und ein hell-grauer Kopf. In der Größe übertrifft der Rotmilan den Mäusebussard deutlich.
→Wie unterscheidet sich der Rotmilan vom Schwarzmilan?
Der Rotmilan ist insgesamt rostroter, größer und hat einen deutlich tiefer gegabelten Schwanz sowie auffällige weiße Flügelfenster. Der Schwarzmilan wirkt dunkler, einheitlicher braun und hat einen nur flach gekerbten Schwanz. Auch im Sitzen ist der Rotmilan kontrastreicher gefärbt.
→Warum ist der Leinepolder ein gutes Gebiet für Rotmilane?
Der Leinepolder bietet ein Mosaik aus extensiven Feuchtwiesen, Säumen und Auwald entlang der Leine. Diese halboffene Kulturlandschaft liefert Kleinsäuger, Aas und Regenwürmer und ist sowohl Jagd- als auch Brut- und Rastgebiet. Beobachtungstürme wie an der Geschiebesperre erlauben störungsarmes Beobachten.
→Welche Bedeutung hat Deutschland für den Rotmilan?
Deutschland trägt eine besondere Verantwortung, weil ein großer Teil des Weltbestands des Rotmilans hier brütet. Die Art ist auf strukturreiche Kulturlandschaften angewiesen und gilt als Charaktervogel offener Wiesen- und Feldfluren. Schutzgebiete und extensive Bewirtschaftung sind für sie zentral.
→Wann kann man Rotmilane am besten beobachten?
Von März bis August sind Rotmilane in ihren Brutgebieten aktiv, mit guter Sichtbarkeit an warmen, leicht windigen Tagen, wenn sie über offenem Gelände kreisen. Der späte Vormittag mit aufkommender Thermik ist günstig. Im Winter ziehen viele Vögel ab, wenngleich zunehmend Tiere in Mitteleuropa überwintern.

